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Digitalisierung: Traditionsfirmen sind besonders zukunftsorientiert. Studie zeigt, welche.

Digitalisierung: Traditionsfirmen sind besonders zukunftsorientiert
Studie zeigt, welche Unternehmen die „Digital-Champions“ ihrer Branche sind.

Mehr als hundert Jahre ist Textilhersteller Trigema inzwischen alt – aber mitnichten „von gestern“: Der Spezialist für Sport- und Freizeitbekleidung aus dem schwäbischen Burladingen gehört zu den vier Unternehmen der Textilproduktionsbranche in Deutschland, die am besten für die Wirtschaft des Digitalzeitalters ausgerichtet sind. Das zeigt die Studie „Digital-Champions“, die das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) unter wissenschaftlicher Begleitung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im Auftrag von Focus Money durchgeführt hat. Dafür wurden mit einer kombinierten Fragebogen- und Social-Listening-Analyse die rund 5.000 größten Unternehmen in Deutschland daraufhin untersucht, wie aktiv sie den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen und wie fortgeschritten sie bei der Umstellung ihrer Strukturen und Prozesse sind. Kriterien waren unter anderem der Stand der Digitalisierung, Schulungen und Digitalkompetenz der Mitarbeiter sowie Investitionen in Digitalisierungsprojekte. 628 Firmen aus 273 Branchen wurden schließlich mit einem Siegel als „Digital Champion – Unternehmen mit Zukunft “ ausgezeichnet.

Alter macht nicht automatisch altmodisch – das beweisen auch die drei weiteren Digital-Champions unter den Textilherstellern in Deutschland: Amann & Söhne fertigt bereits seit 1854 Nähfäden und Stickgarne, der Vliesstoffproduzent Sandler AG wurde 1879 gegründet. Und die heute breite Produktpallette an Schutzkleidung von UVEX begann 1926 mit einem Handel für Schutzbrillen. Die „alten Hasen“ im Geschäft sind also besser auf die Herausforderungen des Digitalzeitalters eingestellt als jüngere Wettbewerber.

Digitalisierung nicht verschleppen

Wer die Digitalisierung verschläft, riskiert den Untergang, weiß Jörg Forthmann: „Der Markt lässt Unternehmen nur wenig Zeit, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen – für viele zu wenig, um ihr Geschäftsmodell zu retten“, so der Geschäftsführer des IMWF. „Digitale Transformation hat dabei neben der technischen aber auch eine organisatorische und kulturelle Dimension. Es ist nicht damit getan, die eigene IT-Abteilung aufzustocken. Vielmehr ist es eine ganzheitliche Herausforderung, die über sämtliche Unternehmensbereiche hinweg gedacht und umgesetzt werden muss.“

Gerade Versicherungsunternehmen stehen oft in dem Ruf, die Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe nicht nachdrücklich genug zu verfolgen und so Effizienz einzubüßen. Eine Vorbildfunktion für die Branche nehmen der Studie zufolge die ausgezeichneten Digital-Champions Generali, die Lebensversicherung von 1871 (LV 1871), die Versicherungskammer Bayern, die WWK Versicherungsgruppe und Euler Hermes ein.

Und natürlich macht die Digitalisierung auch vor den Herstellern von traditionellen Schreibgeräten für die analoge Papier-Welt nicht Halt. Die Nase vorn haben in dieser Branche Pelikan und Stabilo.

Hintergrundinformationen

Die Siegel-Studie „Digital-Champions“ untersucht die rund 5.000 größten Unternehmen in Deutschland. Interne Aspekte der Betriebe zum Stand ihrer Digitalisierung wie Vernetzung, bereits umgesetzte Digitalisierungsprojekte, Datenanalyse, Schulungen und Digitalkompetenz der Mitarbeiter sowie Entwicklung des IT-Personals und Investitionsausgaben wurden mit einem Fragebogen erfasst.

Zusätzlich wurde die Reputation der Unternehmen in den Kategorien Digitalisierung, Technologie und Innovation durch eine Social-Listening-Analyse gemessen. Dazu wurden 438 Millionen öffentliche Online-Quellen inklusive Social Media nach Nennungen der untersuchten Unternehmen im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 durchsucht und mittels Verfahren der Künstlichen Intelligenz (neuronale Netze) analysiert, den Themenfeldern zugeordnet und einer Sentiment-Analyse im Hinblick auf eine positive, negative oder neutrale Tonalität unterzogen.

Die Ergebnisse beider Erhebungen wurden zusammengefasst und branchenspezifisch auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten abgebildet. Der jeweilige Branchensieger erhält 100 Punkte und setzt damit den Benchmark für alle anderen untersuchten Unternehmen innerhalb seiner Branche. Für das Siegel „Digital Champion – Unternehmen mit Zukunft“ qualifizierten sich 628 der rund 5.000 untersuchten Unternehmen, die mindestens 60 Punkte in der Gesamtwertung ihrer Branche erreichen.

IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung

Das IMWF wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass die Ergebnisse wissenschaftlicher Ausarbeitungen und Marktanalysen für Entscheider in der Wirtschaft oftmals nicht die hinreichende Praxisnähe und Relevanz haben. In Folge dessen bleibt die Unterstützung wissenschaftlicher Institutionen durch Unternehmen oftmals hinter den Erwartungen der Lehrstühle zurück. Vor diesem Hintergrund versteht sich das IMWF als Plattform, auf der Kontakte zwischen Wissenschaft und Unternehmen geknüpft werden, die an fundierter Aufarbeitung relevanter Management- und Wirtschaftsthemen interessiert sind.

Dieses Netzwerk wird wesentlich durch Wilhelm Alms aufgebaut. Er hat als ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Mummert Consulting vielfältige Erfahrungen mit der Umsetzbarkeit von Forschungsergebnissen in der Managementpraxis gesammelt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Brückenschläge zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu initiieren.

Wenn Sie an diesem Netzwerk partizipieren wollen, freut sich das IMWF über Ihre Nachricht. Von wissenschaftlichen Partnern wird erwartet, nachweislich praxisorientierte Forschung leisten zu wollen. Im Gegenzug hierzu obliegt es den eingebundenen Unternehmen, relevante Fragestellungen zu formulieren und die Freiräume für die Aufarbeitung dieser Themen zu gewährleisten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.imwf.de

Quelle: presseportal.de